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Neue .eu-Domains: EU-Komission bittet um Bewerbungen für Domain-Vergabestelle


(Starnberg/Brüssel 05.9.2002) Auf Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 733/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates, die am 30. April 2002 in Kraft getreten ist, hat die Europäische Kommission am 3. September 2002 nun endlich den kurz zuvor verabschiedeten Aufruf zur Bewerbung für die Auswahl eines Registers, das mit der "Organisation und Verwaltung der Internet- Domäne oberster Stufe .eu (dotEU)" betraut wird, veröffentlicht.

Was so sperrig klingt heißt nichts anderes, als dass man einer eigenen Europa-Domain einen weiteren Schritt näher gekommen ist. Zahlreiche Bewerber um das Register (Vergabestelle) stehen in den Startlöchern. Wie lange sich der weitere Prozeß hinzieht, ist noch ungewiss. Immerhin sollte die Ausschreibung bereits vor der Sommerpause erfolgen. Aber die Europäische Kommission hat es nun offenbar eilig. Branchenkenner rechnen jedoch nicht mehr mit einem Beginn der Vergabe von .eu-Domains vor dem 3. Quartal 2003.

Die united-domains AG, Mitglied in bereits seit Monaten formierten Bieterkonsortien und seit mehr als zwei Jahren Betreiberin des Informationsdienstes www.dotEU.info weist darauf hin, dass Bewerbungen bis 25. Oktober 2002 in Brüssel eingegangen sein müssen. Markus Eggensperger, Policy Advisory Director bei dem Pan- Europäischen Bieterkonsortium "EUDR" (http://en.edrl.org/) erklärte: "Die den Bewerbern gesetzte Frist, bis zum 25. Oktober die voll- ständigen Unterlagen einzureichen, ist bezogen auf die hohen Anforderungen knapp bemessen. Allerdings haben sich interessierte Unternehmungen und Gruppen auf die Bewerbungsausschreibung, die sich lange verzögerte, intensiv vorbereiten können."

Die Bewerber um das .eu-Register müssen in ihren Bewerbungen ihre Eignung darlegen und Informationen zu den Stichpunkten in den diversen Anhängen der Ausgabe des Amtsblatts liefern, unter anderem zu Kritierien wie Dienstqualität, personelle und technische Ressourcen, finanzielle Leistungsfähigkeit und sie müssen erläutern, wie mit der Ausdehnung der Verordnung auf EWR-Länder und EU- Beitrittsländer umgehen werden. Die Angaben der Bewerber werden durch die Kommission und ggf. externe Sachverständige geprüft und bewertet. Im Anschluss an die Bewertung wird die Kommission die Mitgliedstaaten konsultieren.

Mit einer eigenen europäischen Top Level Domain soll versucht werden, der US-amerikanischen Dominanz im Internet Paroli zu bieten. Gerade im internationalen Bereich herrscht ein starkes Übergewicht der .com-Domains. Insbesondere amerikanische Unternehmen und Organisationen sind fast ausschließlich unter dem berühmten "dotCOM" im Web präsent. EU-Unternehmen mussten bislang in jedem europäischen Land unter einer anderen Top Level Domain auftreten (z.B. .de für Deutschland, .fr für Frankreich). Durch die neuen .eu-Domains soll dieser Wettbewerbsnachteil der Europäer beseitigt werden.

http://www.dotEU.info (Infodienst rund um die .eu-Domains)